Die Mobilität der Führungskräfte den Wohnsitz zu wechseln nimmt ab.

Eine interessante Studie ist gerade zum Thema Wertewandel erschienen. Interessant deshalb, weil sie auf einer relativ großen Stichprobe von 1900 Managern fusst. Und weil sie zeigt, dass der Wertewandel, den die Generation Y vorlebt, langsam auch bei den Managern früherer Generationen ankommt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Mann und Frau sind nicht auf Augenhöhe was die familiäre Situation betrifft

  • Der typische männliche Manager ist 48 Jahre alt, hat zwei Kinder, arbeitet in der Geschäftsleitung oder obersten Führungsebene im Schnitt 53 Stunden pro Woche.
  • Die typische weibliche Managerin ist 47 Jahre alt, ist kinderlos, arbeitet als Bereichsleitung oder im Personalwesen im Schnitt 52 Stunden pro Woche.
  • Der typische Manager der Genration Y ist männlich, alleinstehend, kinderlos, örtlich ungebunden und zu Beginn seiner Karriere in den Bereichen Produktentwicklung, Marketing/Werbung/PR und Finanzen tätig.

Die Mobilität sinkt

  •  Die Bereitschaft der Manager für den Job umziehen, sinkt weiterhin. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass nur noch 35 Prozent der erfahrenen Manager eine räumliche Trennung von der Familie eingehen würden. Bei Managern, die der Generation Y angehören, ist sogar nur jeder Fünfte bereit, seinen Wohnort für den Job zu wechseln.
  • Erstmals ist die Anzahl der befragten Manager zufriedener mit der aktuellen Hierarchiestufe (46 Prozent) als diejenigen Manager, die das Maximum aus ihrer beruflichen Laufbahn herausholen wollen (45 Prozent). Dem Manager von heute wird die Work-Life-Integration zunehmend wichtiger. Auch hinterfragen sie ihre Karriere häufiger und nehmen den beruflichen Aufstieg nicht um jeden Preis in Kauf.

Mut – Anspruch und Realität

  • Über 80 Prozent aller Führungskräfte würden für einen nächsten beruflichen Schritt die Branche wechseln. Die Realität im Top-Management der Unternehmen sieht allerdings anders aus: Die große Mehrheit der CEOs und CFOs blickt laut DAX-Vorstands-Report von Odgers Berndtson auf eine brancheninterne Karriere zurück.

Zukunftsfähigkeit der Unternehmen wird wichtiger

  • Das Thema Zukunftsfähigkeit beschäftigt vor allem Top-Manager relativ junger, mittelgroßer Unternehmen. Auch die Kritik an der Führung ist hier ein wichtiges Thema. Außerdem ist Zukunftsfähigkeit ein wichtiger Wechselgrund in Unternehmen, die starkem Wandel unterworfen sind wie Start-ups, und Unternehmen der Technik, Medien und Telekommunikations-Branchen kurz, TMT.

Bei der Digitalisierung ist noch viel Luft nach oben

In der Kommunikation werden die „Klassiker“ wie E-Mails und Telefonate noch mit Abstand am häufigsten genutzt. Dies gilt vor allem für global ausgerichtete Industrieunternehmen. Digitale Anwendungen wie Videokonferenzen oder Chatrooms werden bis dato hingegen vor allem in technologie- affinen Branchen wie der TMT-Branche oder der Unternehmensberatung verwendet.

Hohe Wechselbereitschaft bei fehlender Perspektive und Zukunftsfähigkeit

Trotz hoher Zufriedenheitswerte von nahezu 80 Prozent ist auch die Wechselbereitschaft leicht gestiegen: Sie liegt aktuell bei über 40 Prozent. Die hohe Wechselbereitschaft gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Die Hauptgründe liegen in der fehlenden beruflichen Perspektive und den Zweifeln an der Zukunftsfähigkeit des Arbeitgebers – jedoch in einer stärkeren Ausprägung als im Vorjahr. Insbesondere Manager der oberen Führungsebenen mittelgroßer und relativ junger Unternehmen zeigen Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.

Die Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen

Manager verfolgen andere Ziele und nähern sich zunehmend den Werten der Generation Y an. Ein einfaches Weitermachen, wie es in den Unternehmen bisher der Fall war, reicht den Managern nicht mehr aus. Um zu schnelle Berufs- und Arbeitgeberwechsel der Manager zu vermeiden, sind Erwartungen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Work-Life-Balance und weiterer Motivatoren zu erfüllen. Hier hilft eine Analyse der Unternehmenskultur. Sie bringt wertvolle Erkenntnisse, um die Bedürfnisse und Erwartungen an den Arbeitgeber zu erkennen.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie „Manager Barometer 2017/2018“ der Personalberatung Odgers Berndtson sind hier im Detail nachzulesen.

Fridolin Dietrich

Fridolin Dietrich

Markenberater bei Dietrich Identity
Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Wir verkaufen ein Produkt, dass jedes Unternehmen braucht, aber wenige haben. Echte Werte."
Fridolin Dietrich
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