Das Corporate Design der Bundesregierung

Nicht nur Unternehmen und Marken nutzen klar ausgearbeitete Corporate-Design-Richtlinien um ihr visuelles Erscheinungsbild zu systematisieren und zu regulieren.

Auch politische Parteien nutzen die Vorteile die ein Corporate-Design-Styleguide mit sich bringt. In unserer neuen Blogartikel-Reihe „Design in der Politik“ stellen wir in den kommenden Monaten die Designs verschiedener Parteien vor. Doch bevor wir uns den verschiedenen Parteien widmen, beginnen wir mit dem Design der Bundesregierung.

Das Corporate Design der Bundesregierung wird von verschiedenen Gruppen genutzt:

  1. Bundesregierung
  2. Bundesministerien
  3. Bundesbehörden
  4. Botschaften
  5. Vertretungen
  6. Sonstige

Aufgrund des immensen Umfangs eines Styleguides werden wir nur auf die verschiedenen Basiselemente eingehen.

Das Logo

Das Logo der Bundesregierung ist eine Wortbild-Marke, also eine Kombination aus Wort und Bild. Es besteht aus dem bekannten Bundesadler, einem sogenannten „Säulenelement“ welche die Nationalfarben Schwarz, Rot, Gold zeigt sowie einen Schriftzug des Absenders (Bundesregierung, Ministerien, Behörden etc.) – in diesem Fall die Bundesregierung.

Die Farbwelt

1. Nationalfarben

Die Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold kommen ausschließlich im Logo zum Einsatz. Die Verwendung dieser Farben in der restlichen Gestaltung von Anwendungen ist untersagt.

 

 

 

 

2. Farbspektrum

Das Farbspektrum, das für die Gestaltung der Anwendung vorgesehen ist, besteht hauptsächlich aus leuchtenden Farben, die eine positive Stimmung erzeugen sollen. Die wenigen gedeckten Farben, die im Farbspektrum vorhanden sind, vermitteln Seriosität und Glaubwürdigkeit. Dabei soll die Zusammenstellung der Farben der Themenvielfalt der Bundesregierung gerecht werden. Jede Farbe ist außerdem in vier verschiedenen Transparenzstufen anwendbar. Das Farbspektrum setzt sich wie folgt zusammen:

3. Schriften

Es gibt zwei Hausschriften der Bundesregierung, die von den Typografen Jürgen Huber und Martin Wenzel gestaltet wurden: Die BundesSerif und die BundesSans. Die beiden Typografien sollen vor allem Klarheit und Prägnanz vermitteln und optimale Lesbarkeit gewährleisten. Es ist also eine Schrift die den Anforderungen der Informationsverbreitung – und somit auch den Anforderungen der Bundesregierung – gerecht wird.

BundesSerif

Die BundesSerif ist typisch für das moderne Schriftdesign und ist laut dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung an die Handschriften des Humanismus aus dem 15. Jahrhundert angelehnt. Sie ist in erster Linie für den Einsatz in Überschriften und Fließtexten bestimmt.

 

 

BundesSans:

Die BundesSans verfügt über ein sehr rationales und klares Schriftbild und ist eine moderne Grotestkschrift. Vor allem in Auszeichnungen, Bildunterschriften und Zwischenüberschriften findet diese Schriftart Verwendung.

 

4. Bildsprache

Da sich die Corporate-Design-Richtlinien auf zahlreiche Ministerien, Behörden und Ämter beziehen, kann die Bildsprache natürlich nicht haarscharf definiert werden. Es gibt allerdings einige Kriterien, die der Bildstil erfüllen muss:

  1. Natürliche Lichtquellen sorgen dafür, dass Bilder authentisch und ungeschönt wirken
  2. Farbgebung und Farbsättigung sind realistisch und natürlich. Starke oder schwache Farbsättigung ist zu vermeiden
  3. Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe wird gezielt genutzt, um Nähe zum Motiv bzw. zur Person herzustellen
  4. Die Bilder wirken stets natürlich. Menschen werden in authentischen, ungestellten Situationen dargestellt und ihre Handlungen sind stets nachvollziehbar
  5. Bildausschnitte und Anschnitte werden gezielt eingesetzt, um die Neugierde beim Betrachter zu wecken. Spannungsreiche Perspektiven kennzeichnen die Bilder.
  6. Der Fokus der Bilder ist deutlich und die dargestellten Situationen sind verständlich und klar. Die spannende Inszenierung lässt den Betrachter unmittelbar am Geschehen teilhaben.

5. Raster und Proportionen

In puncto Raster und Proportionen wird unterschieden in Publikationen und Anzeigen. Wir werden im Rahmen dieses Blogbeitrages nicht weiter auf die Proportionen der Design-Richtlinien der Bundesregierung eingehen, da dies den Rahmen eines normalen Blogbeitrages sprengen würde. Wenn Sie aber mehr zum Styleguide der Bundesregierung erfahren möchten, finden Sie die ausführlichere Darstellung auf styleguide.bundesregierung.de

Fazit:

Sowohl Ministerien, Behörden und Botschaften nutzen in ihrer Kommunikation das Corporate Design der Bundesregierung. Dabei spielen inhaltliche Themen der Ministerien wie „Arbeit und Soziales“, „Forschung und Bildung“, „Gesundheit“ aber auch „Wirtschaft und Energie“ oder „Verteidigung“ eine Rolle. Die wichtigste Aufgabe des Design-Manuals ist es aus meiner Sicht, die Kommunikationseffizienz der einzelnen Ministerien zu gewährleisten und diese gleichzeitig nicht auf der Ebene der inhaltlichen Themengebiete einzuschränken – sprich ein Design zu schaffen, dass alle Ministerien einheitlich kommunizieren lässt, aber sowohl auf das Thema „Verteidigung“ aber auch auf das Thema „Finanzen“ oder „Arbeit und Soziales“ anwendbar ist.

 

Andreas Lenz

Andreas Lenz

Junior Berater bei Dietrich Identity
Der Diplom-Kommunikationswirt und Bachelor-Absolvent in Management & Marketing unterstützt die Berater im Projektmanagement von Identitäts- und Markenprojekten. Sein Spezialgebiet sind Projekte rund um die digitale Transformation.
Andreas Lenz
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