Marken im Kopf

Umparken im Kopf – Die Markenkampagne des angeschlagenen Autoherstellers Opel, die bereits seit einiger Zeit läuft. Der Autohersteller möchte sich wohl im Rahmen dieser Kampagne neu positionieren. Positionieren in den Köpfen der Verbraucher.

Doch wie ist das gemeint – in den Köpfen der Verbraucher? Wir stellen euch hierzu heute das limbische System vor.

Was ist das limbische System?

Das limbische System besteht aus verschiedenen Strukturen, die ähnliche oder gleiche Funktionen haben. Anatomisch liegen diese im Gehirn zum Teil weit voneinander entfernt. Grundlegend ist das limbische System ein hauptverantwortlicher Teil des Gehirns für Emotionen. Aber auch auf das Gedächtnis und den eigenen Antrieb hat das limbische System Einfluss. Es gibt drei grundlegende Motivsysteme, die das menschliche Handeln prägen. Das Balance-System (Sicherheit, Ordnung etc.), das Dominanz-System (Macht, Durchsetzung, Autonomie etc.) und das Stimulanz-System (Entdeckung, Neugier, Genuss etc.). Weil die drei Systeme unabhängig sind gibt es außerdem weitere Mischformen der sogenannten „Big 3“. So ist Abenteuer/Thrill die Mischung aus Dominanz und Stimulanz. Disziplin/Kontrolle eine Mischform aus Dominanz und Balance. Genuss/Fantasie ist die Paarung aus Stimulanz und Balance.

Die Ausprägung der unterschiedlichen Systeme ist von Mensch zu Mensch verschieden und verändert sich im Laufe des Lebens. Auf Basis dieser Erkenntnis kann man in sieben sogenannte Limbic Types (oder Entscheidungstypen) unterscheiden: Hedonisten, Genießer, Harmoniser, Traditionalisten, Disziplinierte, Performer und Abenteurer.

Und was hat das ganze mit der Marke zu tun?

In der Vergangenheit ging man bisher davon aus, dass der Mensch seine Kaufentscheidungen bewusst und aus Vernunft heraus trifft. Die neusten Erkenntnisse aus der Hirnforschung zeigen aber, dass ca. 80% aller Entscheidungen unbewusst gefällt werden.  Mit den Erkenntnissen aus der Hirnforschung und dem limbischen System als Basismodell ist es Unternehmen und Marken möglich, sich anhand dieses Modells im Kopf des Kunden auf Emotions- oder Motivebene zu positionieren.

Wer sich weiter für das Thema interessiert, kann genaueres z.B. im Buch „Think limbic“ nachlesen.

Andreas Lenz

Andreas Lenz

Junior Berater bei Dietrich Identity
Der Diplom-Kommunikationswirt und Bachelor-Absolvent in Management & Marketing unterstützt die Berater im Projektmanagement von Identitäts- und Markenprojekten. Sein Spezialgebiet sind Projekte rund um die digitale Transformation.
Andreas Lenz