Wir blicken in 12 erwartungsvolle Gesichter. Während draussen die Sonnenstrahlen einen entspannten Tag ankündigen, herrscht im Seminarraum gespannte Neugierde. 12 Teilnehmer eines Unternehmens aus der Industrie wollen aus einer Vielzahl von Wunsch-Werten diejenigen herausfinden, die für Ihr Unternehmen oder Ihre Marke am Glaubwürdigsten sind. Unser Workshop „WerteWahrheit“ bringt hier Klarheit. Die Teilnehmer sind ein typischer Mix aus Vertrieblern, Marketingspezialisten, Produktentwicklern und Öffentlichkeitsarbeitern.

Ziel des heutigen Workshops also: Die Werte festzulegen, die sich den Namen „echte Werte“ auch wirklich verdienen. Und die im Idealfall auch in der Corporate Brand als Markenwerte greifbar werden.

Es ist ein Workshop um Authentizität, Glaubwürdigkeit und Anwendbarkeit der eigenen Unternehmenswerte. Ein Tag, der der Werte-Wahrheit deutlich näher kommen soll.

Denn,

  1. Unternehmenskultur braucht echte Werte. Company Culture drückt sich in Werten, Normen und Einstellungen aus. Um zu entscheiden was gut und richtig ist und was falsch. Die als Richtschnur für das eigene Handeln und als Orientierung für die Mitarbeiter gelten. Echte gemeinsame Werte sind Teil dieser Leitplanken. Sie schaffen nicht nur Zusammenhalt untereinander, sondern auch Wertschätzung bei den Kunden und Partnern.
  2. Identität statt Marketing. Echte Werte haben Bodenhaftung. Sie sind glaubwürdig, weil sie gelebt werden. Beispiele untermauern diese gelebte Wertekultur. Es sind keine Marketingfloskeln oder Wertebingo. Unternehmenskultur entsteht aus dem Selbstverständnis von Organisationen, dem Leben und Erleben von authentischen und glaubwürdigen Werten, Normen und Einstellungen. Sie ist untrennbarer Teil der Unternehmensidentität, genauso wie die Leistungen oder das Erscheinungsbild einer Organsiation.
  3. Kulturarbeit ist Interaktion. Diese Werte, Normen und Einstellungen werden dann von allen Mitarbeitern gleichermaßen verstanden bzw. akzeptiert wenn „Nachhaltigkeit“ geschaffen wird. Das bedeutet Mitarbeiter innerhalb und außerhalb der Organisation zu informieren, zu schulen und Raum zu geben Kultur erleben zu können. Nur so wird auf allen Stufen ein Denken und Handeln im Sinne der Normen und Werte der Organisation initiiert und das Wir-Gefühl auch erlebt.

Wir starten den Workshop mit dem ersten Schritt

Authentizität ist die wichtigste Anforderung. Ist der Wert wichtig? Auch noch in einem Jahr? Können die Mitarbeiter danach leben? Ist der Wert in Verhalten konkret erlebbar?  USW. Nur Werte, die diese Fragerunde überleben, eignen sich erst einmal. Andernfalls entsteht eine große Kluft zwischen dem Anspruch und Wirklichkeit. Die Teilnehmer reduzieren die Werte schon mal um die Hälfte. Viele „Allgemeinplätze“ fallen heraus.

Nächster Schritt ist der Relevanz gewidmet

Gemeinsam mit den Workshopteilnehmern geht es hier darum aus dem Rest von Werten vier heraus zu arbeiten, die relevant sind. Das sind die Werte, die für die internen und externen Zielgruppen am Bedeutsamsten sind, den größten Nutzen haben. Und die durch konkrete Beispiele aus dem Arbeitsalltag Bestand haben. Wir empfehlen den Wertekanon auf 4 Werte zu reduzieren. Damit kommen die meisten KMU’s am Besten zurecht und können sie später auch mit Leben füllen.

Dritter Schritt steht unter dem Zeichen der Differenzierung

Nicht jeder Markenwert muss isoliert betrachtet differenzierend sein, dass ist auch bei einem begrenzten Kosmos an Werten in unserer Sprache kaum möglich. Der Kernwert (der ultimative Nutzen der Marke) soll die Alleinstellung schaffen.

Der vierte Schritt widmet sich den konkreten Beispielen der Werte.

Hier verlassen wir zusammen mit der Gruppe die Metaebene und werden ganz operativ.

Welche konkreten Beispiele aus dem Arbeitsumfeld illustrieren dem Wert?

Ist zum Beispiel „nah“ ein Wert, dann wird er erst dadurch glaubwürdig zu erfahren, wo sich diese „Nähe“ bewahrheitet. Hat das Unternehmen so viele Standorte, dass es eine Nähe zum Kunden herstellen kann? Oder ist der Customer Service so persönlich, dass es für seine persönliche Nähe zum Kunden gerühmt wird? Oder ist der Vertrieb so regionalisiert, dass eine persönliche Betreuung gewährleistet ist?

Das ist der Moment, wenn sich die erwartungsvollen Gesichter der Teilnehmer entspannen und der „AHA“ Effekt eintritt. Denn wenn der Vertrieb erkennt, wie er einen Unternehmenswert für sich im Verkaufsgespräch zielführend nutzen kann, ist der „Knoten“ geplatzt. Wenn dann am nächsten Tag auch noch die Dankes E-Mails für einen gelungenen Workshop reinkommen, wissen wir, dass „echten Werten“ die Zukunft gehört.

Fridolin Dietrich

Fridolin Dietrich

Image und Markenberater bei Dietrich Identity
Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Ein Logo ist ein Kennzeichen. Eine Marke hat Werte und Haltung."
Fridolin Dietrich
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