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Auf den Hund gekommen

Die erste Konferenz „Zukunft Personal“ steht ganz im Zeichen der Agilität

375 Teilnehmer kamen zur ersten Konferenz „Zukunft Personal“ in die BMW Welt nach München. Einen Tag lang wurde die Digitalisierung und ihre Bedeutung für die Arbeitswelt diskutiert und in über fünfundzwanzig Workshops und Diskussionspanels nach neuen Lösungen gesucht. Denn dieser Arbeitswelt steht eine sich stark wandelnde Arbeitnehmerschaft gegenüber, der die „Duldung eines Hundes“ am Arbeitsplatz wichtiger ist, als Firmenwagen, betriebliche Altersversorgung und Kantine. Ein Mind Change von ganz analoger Überraschung.

Nun ist das Buzz Wort „Digitalisierung“ ja seit über fünf Jahren in aller Munde. Da wundert man sich, wenn Chief Innovation Evangelist der Haufe Gruppe (was für ein Titel) Stephan Grabmeier, uns aufzeigt, dass 92% der Vorstände keine Erfahrung mit der Digitalisierung haben, die sich im Lebenslauf niederschlägt und im Schnitt 52,6 Jahre alt sind. Stinkt der Fisch wieder einmal zuerst am Kopf? Bei Haufe scheint man da schon weiter. Agiles Arbeiten heißt dort das Zauberwort. 

„From Waterfall, Silos, Talent Pools to Iteration, Speed, Failure und Marketplaces“ ist dort die Lösung für agile Organisationen und Karrieren. Das benötigt eine Führungskultur, die sich von Befehl, Kontrolle, Macht- und Hierachie-Denken löst und Führung als das vertrauensvolle Folgen desjenigen versteht, der Wissen und Erfahrung vereint und im Team auch über die notwendige emotionale Intelligenz verfügt. Nur so entsteht eine Innovationskultur, die sich von den Silos der F&E Abteilungen löst und Innovation auf viele Schultern verteilt. Schwarmintelligenz nennt man das ja heute und die testet, feedbacked, lernt und lässt vor allem Fehler zu.

Die gelebte Fehlerkultur ist die Grundlage für ein innovatives Unternehmen.

Innovation folgt laut CIE Grabmeier von haufe drei Horizonten

 

Da soviel Schwarmintelligenz und Innovationskultur nicht mehr von einer Führungskraft alleine geleistet werden kann, haben die Teams von morgen einen Manager, einen Leader und einen Coach. Die Führungskräfte kümmern sich mit Ihren Mitarbeitern um Produkte, Kunden und Markt und werden durch „People Coaches“ ständig reflektiert und fit für neue Methoden gemacht. Denn um agil zu arbeiten, muss man auch die agilen Methoden kennen und lernen. Und da ist laut dem Haufe „Agilitätsbarometer“ noch Luft nach oben.

80% der Mitarbeiter kennen keine agilen Methoden.

Aber was sind überhaupt agile Methoden? Laut dem Duden bedeutet agil: beweglich, regsam und wendig. Im Sinne von Eigenschaften also schnell, anpassungsfähig, flexibel, vernetzt, vertraut und selbst organisierend. Bei einfachen, Routine- oder immer wiederkehrenden Aufgaben sind agile Methoden nicht sinnvoll. Probleme sind verständlich und Anforderungen noch recht klar. Chaotisch oder komplex wird es, sobald Anforderungen und Probleme zunehmend nebulös werden und man mit vielen Unbekannten rechnen muss. Dann kommt die Zeit der agilen Methoden. „Design Thinking“ ist zum Beispiel eine solche Methode. Aber zu agilen Methoden in einem späteren Beitrag mehr.

Stacey Matrix zur Bestimmung von agilen Methoden (Quelle Appelo)

 

Es fällt auf: Agilität ist eher eine Mischung aus Eigenschaften und Prinzipien, denn Methode. Ganz viel Verhalten und Kultur wird da deutlich. Und da Hunde sich auch positiv auf den Menschen auswirken sollen und im Büro das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern, kommt am Ende doch zusammen, was zusammen gehört. Agilität als neues spannendes Kultur- und somit Identitätsthema für die Unternehmen von heute.

Fridolin Dietrich

Fridolin Dietrich

Markenberater bei Dietrich Identity
Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Wir verkaufen ein Produkt, dass jedes Unternehmen braucht, aber wenige haben. Echte Werte."
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