„Und was machst Du so beruflich?“ – „Ich bin Coach und Künstlerin für Energiebilder“ sagt Jana H.

und während Jana H. mehr erzählt, wähle ich die Transformationskarte aus ihrer Auswahl an sechs Visitenkarten. Ich bin erstmals auf einer Veranstaltung, die sich Rotating Dinner nennt. Veranstaltet von dem Online Business Netzwerk XING. Ich treffe knapp 100 wildfremde Menschen in einem Restaurant abends um 19.00 Uhr.

Ganz analog. Es gibt keinen gemeinsamen Nenner. Aber es gibt drei Gänge. Für jeden dieser Gänge setzt sich die Gesprächsrunde neu zusammen. Eine gute Idee, es ist ein bisschen wie eine Black Box, denn man weiß ja nicht, wen man kennen lernt. Aber wie sagt meine Frau immer: Jedes Gespräch ist eine Bereicherung und erst am Ende weiß man, ob es einfach nur interessant war oder einen selbst auch in Zukunft weiterbringen wird.

Rotating Dinner

Für mich ist das Format eine neue Erfahrung.

Es handelt sich um ein Networking Dinner zu dem 3 Menügänge an 6-er Tischen serviert werden. Nach jedem Menügang, der jeweils ca. 1 Stunde dauert, wechsle ich an einen neuen Tisch. Somit lerne ich am Abend 3×5 neue Kontakte kennen. Laut den Veranstaltern sorgt eine eigens entwickelte Software dafür, dass ich mit Sicherheit immer neue Gäste am Tisch haben werde.

Gründer und Entwickler des Netzwerkformats XING Rotating Dinner Martin R. erzählt mir am Abend, dass er bereits 2006 gestartet sei und sich seitdem über ihn und seinem Kompagnon Johannes W. bei diesem ausgedehnten Abendessen über 7.000 Teilnehmer kennengelernt haben. Anfänglich hatten Sie fast monatlich ein Rotating Dinner veranstaltet. Heute sind die Veranstaltungen deutlich weniger. „Wir erreichen die Teilnehmer über XING, Eventbrite oder LinkedIN einfach schlechter.“ „Früher war alles besser“ macht wohl auch nicht beim Business-Netzwerken halt.

Dabei, so ist mein erster Eindruck, ist das Rotating Dinner bestens geeignet, um „offline“ neue Bekanntschaften oder Geschäftskontakte zu schließen.

Am ersten Tisch hatten wir eine sehr lustige Runde aus eben der Energiebildnerin, einem IT Mann der Süddeutschen Zeitung, einer Sales Channel Development Managerin von BMW und von Ingram und einer temperamentvollen Anwältin in Sachen Familienrecht. Unsere Atmosphäre ist locker, mehr oder weniger unterhält sich der ganze Tisch gemeinsam. Und natürlich geniessen die aussergewöhnlichen Berufsbilder und Geschichten die größte Aufmerksamkeit.

Das Rotating Dinner Motto: „Persönliches zählt, Geschäftliches ergibt sich“.

Für alle die so ein Rotating Dinner auch einmal ausprobieren wollen. Das erste Learning „Ich mach was in Beratung.“ ist kein guter Elevator Pitch. Das Besondere, dass Differenzierende, wie wir Markenmacher sagen, zählt auch hier. Und so erzielen die Energiebildnerin vom ersten Tisch oder die Sängerin Marion H. vom letzten Tisch deutlich mehr Aufmerksamkeit für Ihre Tätigkeit als die Tischnachbarn aus der Finanzberatung. Auf meine Leidenschaft für das Reisen im südlichen Afrika, unseren Blog wildes-afrika.de und unser Engagement für die Botrivier Stiftung ergibt deutlich mehr Gesprächsstoff am Tisch, denn die meisten waren schon oder wollen noch nach Südafrika.

Die Coaching und Finanzbranche dominiert

Pro Tisch hatte ich mindestens einen Coaching- oder einen Finanzexperten als Nachbarn. Beiden Gruppen ist gemeinsam, dass sie wohl bereits öfter auf einem Rotating Dinner dabei waren. Anscheinend ein lohnendes Akquisitionstool. Wobei allen Beteiligten war klar: Aufträge werden hier nicht verteilt. Die Versicherungspolicen bleiben zu Hause. Neue Bedürfnisse hingegen können durchaus geweckt werden. Wer hätte schon gedacht, dass man seine Energie bildnerisch verarbeiten möchte.

Fazit

Ein interessanter und kurzweiliger Abend, um neue Menschen und hie und da auch Persönlichkeiten kennen zu lernen. Wer sich als Selbstständiger Akquisitionserfolg erhofft, sollte Einzelpersonen und Kleinunternehmen als Klientel im Fokus haben. Für Angestellte wird es dann interessant, wenn Sie im eigenen Unternehmen auch etwas mit fremder Unterstützung vorantreiben können. Ich fand die offenen Tische interessanter. Entscheidend war, wer auf den mittleren beiden Plätzen saß. Denn die hatten eine „inoffizielle“ Moderatorenrolle und konnten entscheiden, ob sich der Tisch offen unterhält oder eher in 2er oder 3er Gruppen aufteilt. Aber wer Netzwerken schätzt und kein Problem hat fremde Personen anzusprechen, verbringt hier einen inspirierenden Abend.

Fridolin Dietrich
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