Abendessen bei uns zu Hause. Florian (19 Jahre alt), Fabian (16 Jahre) und ihr Freund Tim (19 Jahre) diskutieren über soziale Netzwerke. Alle drei sind ihrem Alter entsprechend intensive Instagram Nutzer. Tim hat, seitdem er neu an einem anderen Ort Medizin studiert, die Vorzüge von Facebook im Bereich der Gruppenchats entdeckt. „Es ist schon krass, wie schnell wir uns da als Erstsemester-Studenten organisiert haben“ erzählt er begeistert.

„Facebook: Echt jetzt? – zuviel Text, zu kompliziert“ ist ihre Antwort, wenn ich Ihnen die Vorteile von Facebook näher bringen will. Sie sind klare Verfechter von Instagram als ihrem wertvollsten sozialem Netzwerk.

Grund genug dem Trend einmal nachzugehen und was er für unsere Kunden im Bereich Business to Business (B2B) bedeutet.

26% aller Erwachsenen ab 14 Jahre nutzen 1x wöchentlich Facebook., 10% Instagram. Fokussiert man auf die Altersgruppe 14-29 Jahre wechselt die Führung. 65% nutzen Instagram wöchentlich und nur 40 % Facebook. (© ARD/ZDF Onlinestudie 2020)

Damit zeigt sich ein Trend

Auch im B2B Bereich arbeitet sich Instagram langsam in die vorderen Nutzerreihen der sozialen Netzwerke vor. Denken wir im Bereich der Talententwicklung und Nachwuchsrekrutierung, werden die Unternehmen ohne diesen Kanal nicht mehr auskommen können.

Das beweist auch die aktuelle Studie vom Arbeitskreis Socialmedia im Bereich B2B. Unter den Top 5 der etablierten Kanäle holt Instagram rasant auf. Auf die Frage, welche Social-Media Plattform im B2B genutzt werden, antworten auf Basis von 701 befragten Unternehmen:

  1. LinkedIN mit 80% Anteil und einer Steigerung von 9,1% gegenüber Vorjahr.
  2. Facebook mit 67,5% Anteil und einem leichten Rückgang von 0,5% gegenüber Vorjahr.
  3. Xing mit 61,4 % und einem Rückgang von fast 6% gegenüber Vorjahr.
  4. Youtube mit einem Anteil von 53,2% und einen Rückgang von 0,7%.
  5. Neueinsteiger ist Instagram mit einem Anteil von 50,5% und einem Wachstum von 10% gegenüber Vorjahr.

Dabei sind die Erfolgsfaktoren für alle Kanäle nach wie vor im Content zu finden. Glaubwürdig, ehrlich und persönlich muss er sein. Zwei weitere Erfolgsfaktoren sind für uns nicht überraschend, aber jetzt auch durch Zahlen belegt.

 Content-Story für den roten Faden und Mitarbeiter als Botschafter sind Schlüsselfaktoren.

Überraschend ist die Tatsache, dass die Zuständigkeit einen neuen Player hinzugewonnen hat. Neben der Marketingabteilung wird auch immer wichtiger, dass die Geschäftsführung als steuernde Instanz der Social-Media-Aktivitäten in 2020 an Bedeutung gewonnen hat, während Markting- und PR-Abteilungen von ihrer Bedeutung abgeben mussten. Sie kann auch durchaus mal einen eigenen Post absetzen. Das stärkt die Glaubwüdigkeit.

Was ist Aufgabe der Agenturen?

Wir als Beratungsagenturen sind laut der Studie als strategischer Partner weiterhin gesetzt. Wir unterstützen die Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Social-Media-Strategien (jeweils 40%+) und bei der Pflege der Plattformen (visuell und redaktionell) sowie der Erstellung eines Redaktionsplanes (jeweils 30%+).

Welche Motive liegen hinter der Ansprache mit Social Media?

Hauptmotiv für die Social-Media Nutzung ist unverändert die Ansprache von Neu- und Bestandskunden (72% bzw. 67% der Befragten). Weitere Motive liegen im Recruiting und in der Kommunikation mit Medien- und Geschäftskontakten (ca. 45%). Interessant: Die Influencer-Ansprache im B2B-Bereich verliert leicht an Bedeutung.

  • Der vielseitige Mix in der Ansprache verschiedener Nutzenebenen (Information, Fun, Interaktion, News) bei den Follower verhindert Monotonie, erhöht die Attraktivität der Posts und damit die Reichweite.
  • Regelmäßigkeit der Posts (mind. ein Post pro Woche zur Kampagne zzgl. weitere Posts zum Kinderzentrum – mind. alle zwei Tage ein Post bei Facebook) auf Basis eines Facebook Redaktionskalenders stärkt die Wahrnehmung.
  • Klare Zuständigkeit einer Person, die die Seite pflegt, auf Interaktionen reagiert, nah an den Themen dran ist und die Kampagnenstrategie sowie Erscheinungsbild im Blick hat.
  • Die glaubwürdige Integration starker Botschafter (z.B. Götz Otto, Miroslav Nemec, Natalie Schmid) bringen das Anliegen auch in den sozialen Netzwerken in die Breite, d.h. Social Media profitieren von/brauchen Persönlichkeit.

Die zentrale Benchmark für die Effektivität der Social-Media-Aktivitäten?

Mit 44% sind die Anzahl der Follower 2020 wie 2019 die Kennziffer zur Bewertung des Erfolgs der Kanäle. Anzahl der Kommentare, Anzahl der Shares/Retweets, Anzahl der Webbesucher aus Social-Media liegen auf Platz 2 mit ca. 30%. Erfolgreiche Leadgenerierung folgt auf Platz 4 mit gut 20%.

Blick in die Zukunft – Unternehmen werden zum Mitmachunternehmen

Der Trend, Social-Media stärker im Management zu verankern und mehr Ressourcen dafür zur Verfügung zu stellen, setzt sich fort. Wer es dann noch schafft, die Mitarbeiter als Leuchttürme für die sozialen Netzwerke aufzubauen, wird in Zukunft gewinnen. Social-Media wird zu einem Kommunikations-Game-Changer.  Motivation, Haltung und die richtige Einstellung sind wichtige Vorrausetzungen. Mit Ihnen kann jedes Unternehmen zum Mitmachunternehmen werden. Mehr Identifikation geht nicht. Das ist dann fast wie bei den Facebook Gruppen. Eine Idee, die alle zusammenhält.

Foto: Unsplash – John Schnobrich

Fridolin Dietrich
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