Megatrends – Veränderungen mit epochalem Charakter

Following the Trend IndicatorDie Welt ist in stetigem Wandel – Trends entstehen, Trends vergehen, Mode kommt und geht, Werte und Moralvorstellungen ändern sich. Eine Studie des Zukunftsinstituts hat 11 Megatrends erforscht, die unsere Gesellschaft in Zukunft maßgeblich beeinflussen werden. Megatrends besitzen einen epochalen Charakter und werden durch verschiedene Facetten spürbar. Das bedeutet sie werden den Höhepunkt ihrer Wirksamkeit in etwa 30 Jahren erreicht haben. Sie werden unsere Gesellschaft also über Jahrzehnte in neue Richtungen lenken und Veränderungen bewirken. Auch die Markenführung wird von diesen epochalen Veränderungen beeinflusst werden. Dabei entstehen zahlreiche Chancen aber auch Herausforderungen für die Führung einer Marke. Wir werden einige Trends genauer durchleuchten.

Diese Trends werden unsere Gesellschaft in den nächsten 30 Jahren komplett verändern:

  1. Individualisierung
  2. Female Shift
  3. Silver Society
  4. Neues Lernen
  5. New Work
  6. Gesundheit
  7. Neo-Ökologie
  8. Konnektivität
  9. Globalisierung
  10. Urbanisierung
  11. Mobilität

Wir schauen uns heute drei Megatrends genauer an.

Globalisierung

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Globalisierung wird eine der zentralen Veränderungen kommender Tage sein. Nahezu alle Märkte werden internationalisiert, viele Unternehmen werden zu weltweit agierenden „global player“, erfolgreiche Marken zu „global brands“. Globale Zielgruppenansprache, aber auch globaler Wettbewerb werden zu Herausforderungen für viele Marken und Unternehmen. Auch Entwicklungs- und Schwellenländer können von der Globalisierung profitieren und sich an wirtschaftlichen Wachstum und zunehmenden Wohlstand erfreuen. Zahlen des World Trade Centers bestätigen die rasante Entwicklung des weltweiten Handels. Von 1960 bis 2012 ist die Warenproduktion insgesamt 457,2% gestiegen während der Warenexport mit einer Steigerung von 1.586,8 % eine unglaubliche Entwicklung zu verzeichnen hat. Nicht nur der grenzübergreifende Handel wird weiter steigen, auch Kooperationen werden durch die Globalisierung gefördert. Weltweite Kooperationen und zahlreiche neue Wege der Zusammenarbeit können Unternehmen und Marken weltweit verbinden. Durch neue neue Kommunikationswege wie z.B. Webkonferenzen steht der Zusammenarbeit über Kontinente hinweg nichts mehr im Wege. Aber nicht nur die Wirtschaft wird von der Globalisierung beeinflusst, auch das Bildungssystem, Konsumgewohnheiten, soziale Beziehungen, Medien und kulturelle Aspekte werden sich enorm verändern.

Konnektivität

Mit Konnektivität beschreibt das Zukunftsinstitut „die neue Organisation der Menschen in Netzwerken“. In Zukunft kommunizieren nicht nur Menschen miteinander. Das „Internet of Things“ und die „Industrie 4.0“ sorgen dafür das zukünftig auch Gegenstände und Maschinen vernetzt sind und miteinander kommunizieren können. Der Informations- und Datenaustausch wird womöglich ein unvorstellbares Ausmaß annehmen. Aber nicht nur die technische Ebene beeinflusst uns in Zukunft – auch der soziale Bereich bringt in puncto Konnektivität einige Veränderungen mit sich. Soziale Netzwerke vernetzten Menschen untereinander, auch hier ist der Informations- und Meinungsaustausch immens. Marken und Unternehmen treten in direkte, interaktive Kommunikation mit seinen Kunden und Interessenten. Jeder Kunde kann zum Meinungsbildner werden. Von Unternehmen, Marken und auch von der Regierung wird in Zukunft ein hohes Maß an Transparenz verlangt. Nur Unternehmen und Marken die einen offenen Einblick gewähren werden ihre Glaubwürdigkeit behalten. Unternehmen die Umweltfreundlichkeit suggerieren, aber in der Realität für das Abholzen der Regenwälder verantwortlich sind werden zukünftig keine Chancen mehr haben am Markt zu bestehen. Transparenz wird maßgeblichen Einfluss auf den Imageaufbau und die Kundenbindung haben. Eine weitere Facette der Konnektivität ist das mobile Internet. Internetzugriff immer und überall – dabei hat jede Person eine Hand voll Geräte, welche alle miteinander vernetzt sind. Neben Smartphone und Tablet wird auch wearable technology wie z.B. Smart Watches oder Smart Glasses eine wichtige Rolle spielen. Knapp 29% der Weltbevölkerung nutzen bereits ein Smartphone für mobilen Internetzugang. Man geht davon aus, dass Sensoren für Datenerfassung schon bald so günstig sein werden, dass jede Kaffeemaschine, jede Mikrowelle usw. seine eigene IP-Adresse haben werden worüber man das Gerät aus der Ferne steuern kann. Durch die Erreichbarkeit immer und überall wandelt sich unser Kommunikationsverhalten immer mehr Richtung Echtzeitkommunikation. Man sendet, man empfängt und das ohne Unterbrechung. Die Beschleunigung durch die Echtzeitkommunikation hat eine wahre Informationsflut zur Folge die schon heute Menschen überfordert.

 

Individualisierung

Zu guter Letzt widmen wir uns dem Megatrend der Individualisierung. Entscheidungsfreiheit in all ihren Facetten – der typische Lebenslauf existiert nicht mehr, viel mehr steht jetzt die Selbstbestimmung und die Freiheit zur Wahl im Fokus. Man entscheidet selbst wo man leben möchte, mit wem man leben möchte, welchen Beruf man ausüben möchte, welche Werte und Weltanschauungen ich für richtig halte und welche für falsch. Die Folge ist, dass Institutionen mit normgebender Funktion wie z.B. die Kirche an Autorität verlieren werden. Jeder stellt eigene Ansprüche an ein gelungenes Leben. Die gute Ausbildung und anschließende gute Verdienstmöglichkeiten ermöglichen es der neuen Generation, diese Ansprüche auch zu verwirklichen. Für Marken und Unternehmen bedeutet das, dass es keine Zielgruppen mehr geben wird die rein an demografischen Daten festzumachen sind. Bedürfnisorientierte Zielgruppensegmentierung kann in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Klischee- und Schubladendenken wird für Unternehmen und Marken einen Fehler bedeuten den sich nicht jeder leisten kann. Im Onlinemarketing kann man diesen Trend schon wahrnehmen. Es spielt keine Rolle ob ich 60 Jahre alt bin oder 20, ob ich Mann oder Frau bin. Wenn ich mich für einen Motorroller interessiere bekomme ich früher oder später Werbung für einen Motorroller – wer ich bin tut nichts mehr zur Sache. Ob ich in die Zielgruppe passe oder nicht, es zählt nur mein Bedürfnis nach einem Motorroller. Personalisierte Werbung wird in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Individualisierung wird für Marken und Unternehmen von vorrangiger Bedeutung werden. Individualisierung bedeutet letztendlich auch Identifikation – je mehr „Ich“ ich in mein Produkt stecken kann, desto mehr identifiziere ich mich auch damit, desto mehr bin ich auch bereit dafür zu bezahlen. Anpassungen und Extras, die ein Produkt unverwechselbar machen lassen sich Kunden oft einiges Kosten. Vor allem für Premiumhersteller wird es besonders wichtig, den Kunden in den Herstellungs- oder Veredelungsprozess miteinzubeziehen. Customizing ist hier das Stichwort. Die Märkte der Zukunft werden vom Zukunftsinstitut also nicht umsonst als Märkte der Identifikation betitelt.

Bildquellen: publicdomainarchiv.com, splitshire.com

 

Andreas Lenz

Andreas Lenz

Digital Planner bei Dietrich Identity
Andreas Lenz ist Diplom Kommunikationswirt und hat einen Bachelor-Abschluss in Management & Marketing, der Steinbeis SMI. Mit Leidenschaft und neuen Impulsen berät und begleitet er unsere Kunden in der Entwicklung digitaler Strategien, dem Monitoring und der Markenführung ihrer Marken in sozialen Netzwerken.
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