Platz 2: Lovebrand

Liebe Blogger, liebe Bloggerinnen, ich bin sehr dankbar über das Corporate-Identity-ABC. Euer Markenblog hat mir schon in so manchen Fällen das fehlende Know-How oder das benötigte Fünkchen Inspiration gebracht. Vielen Dank hierfür. Mein Gastbeitrag widmet sich der Marke Samsung, die einen großen Schritt in Ihrer Marketingstrategie und Markenführung plant. Mit dem Thema konfrontiert wurde ich durch die 45´ste Ausgabe2013 der HORIZONT.

Samsung hat sich ein hohes Ziel gesteckt. Bis 2020 möchte der südkoreanische Technologiegigant zu den Top 5 des Interbrand-Markenrankings gehören. Zudem möchte sich Samsung zu einer „Lovebrand“ weiterentwickeln. Das Marketing der Südkoreaner wird sich also in Zukunft deutlich verändern. Hierzu später mehr.

Behandeln wir zunächst das Thema „Lovebrand“. Im Allgemeinen kann man zwischen drei Arten an Marken unterscheiden. Angefangen bei der klassischen „Trademark“, über die „Trustmark“ bis hin zur „Lovemark“ oder eben auch „Lovebrand“. Lovebrands sind Marken, die voller Emotionen stecken von Menschen geliebt werden. Durch das Erzeugen einer immensen Leidenschaft, gelingt es Lovebrands seine Kunde dauerhaft, emotional an die Marke zu binden. Laut eines Skripts der ESB-Business-School sind Sinnlichkeit, Intimität und Geheimnis, die drei Dimensionen in denen sich eine Lovebrand bewegt. Diese drei Dimensionen sind besonders gut geeignet um ein hohes Maß an Emotionalität in eine Marke zu bringen. Wenn sich zur Einführung eines neuen iPhones eine kilometerlange Schlange vor sämtlichen Applestores bildet, ist dies ein absolut aussagekräftiges Beispiel über die Wirkung eine Lovebrand.

Weg von Apple und zurück zu Samsung. Wie möchte Samsung diese Veränderung vollziehen? Was ändert sich an der Marke und wie werden die Südkoreaner künftig in puncto Marketing auftreten? Samsung plant vor allem um einiges interaktiver und sich so unabhängiger von Werbeformaten aufzustellen. Das Marketingkonzept plant über sämtliche Touchpoints hinweg, wodurch die Marke „emotional, anfassbar und vor allem dialogisch sein soll“. Samsung ist überzeugt, dass ein starkes Markenbild nicht allein durch die Verbreitung von schönen Werbebildern entstehen kann: „Unser Manifesto ist die Visitenkarte – das Entree sozusagen. Aber die echte Kraft einer Marke kann nur mit Interaktion aufgebaut werden. Auch im normalen Leben entsteht emotionale Nähe und Verständnis erst über Interaktion.“, so Georg Rötzer, Vice President Corporate Marketing Samsung. Der Begriff Lovebrand ist bei Unternehmen wie Ford, Apple oder Coca-Cola ein unaustauschbarer Begriff und bereits ein fester Bestandteil der Markenstrategie geworden.

Das Problem von Samsung ist, dass es ein riesiger, breit aufgestellter Konzern ist, denn nahezu jeder kennt, aber nur die wenigsten wissen wofür er steht. Die Produkte erstrecken sich von Mobiltelefonen über Computer, Fernseher bis hin zu Staubsaugern. Die Kernwerte der südkoreanischen Technologiemarke sind übrigens Design, Technologie und Innovation. In den Bereichen der Mobiltelefone und TV ist Samsung ja bereits am Kampf um die Poleposition beteiligt. Die anderen Produktbereich hinken allerdings ein wenig hinterher. Durch ausgefeiltes Corporate Branding und das schaffen einer einheitlichen Markenidentität, sollte es allerdings kein Problem sein Image und Markenwerte langfristig auf die anderen Produktbereiche zu übertragen. Denn Corporate Branding und eine Brand Identity ist bei breit angelegten Unternehmen wie Samsung besonders wichtig, um eine einheitliche Marke zu bleiben, Überblick zu gewährleisten und Authentizität zu sichern.

Sollte es Samsung gelingen, sich weg vom Massenproduzenten und hin zu einer Lovebrand weiterzuentwickeln, können sich viele Konkurrenten warm anziehen, denn in puncto Unternehmensgröße, Produktportfolio und folglich auch verfügbares Budget können wohl nur die wenigsten Konzerne mithalten.

 

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