Product Placement – Marken in der Film- und Videospielindustrie

Unter Product Placement (Produktplatzierung) versteht man die gezielte Darstellung oder Präsentation von Markenprodukten in verschiedenen Medien. Größtenteils findet sich das Product Placement in der Film- und Fernsehproduktion wieder, neuerdings aber auch häufiger im Segment der Videospiele.

James Bond fährt seinen Aston Martin ja auch nicht zum Spaß. Viel mehr ist es mittlerweile Teil der Filmindustrie Markenprodukte gegen Bezahlung in Szene zu setzen. Nur so können die immensen Ausgaben für teure Produktionen zumindest zum Teil gedeckt werden. Die teuerste Filmproduktion aller Zeiten ist ganz neben bei Fluch der Karibik 3 mit satten 341,8 Millionen US-Dollar. Nun aber zurück zu James Bond – er ist der Alptraum seiner Feinde, fährt Aston Martin und… schlürft Bier?

Moment mal, mag sich der ein oder andere fragen, seit wann greift Bond denn zur Flasche? Wurde die Szenerie bis dato nicht immer von einem feinen Martiniglas geprägt? Passt Bier zu einem Geheimagenten? Ist ein Bier für James Bond nicht zu „billig“? Nein – Nicht dieses Bier, dieses Bier kostete genau genommen unglaubliche 45 Millionen Dollar. 45 Millionen Dollar ist nämlich genau die Summe, die die Brauerei Heineken für das Product Placement bei „Ein Quantum Trost“ hingeblättert haben soll.

Auch im Bereich der Videospiele ist Produktplatzierung kein Fremdwort. Vor allem die Autoindustrie bedient sich an actiongeladenen Rennspielen. Viel Geld wird in die Hand genommen, um die eigene Automarke auf der Konsole besser wirken zu lassen. Dabei spielt nicht nur die Optik des Wagens eine Rolle sondern vor allem auch die Fahrzeugeigenschaften. So wird zum einen versucht junge Zielgruppen an die eigene Automarke zu binden, aber auch die Kernzielgruppe über Videospiele anzusprechen. Die Autohersteller haben nämlich bemerkt, dass über 25% der Videospieler überdurchschnittlich gut verdienen.

Produktplatzierung gehört zu den sogenannten Below-the-Line-Kommunikationsmaßnahmen – also Kommunikationsmaßnahmen die für die Beworbenen nicht sofort als solche zu erkennen sind.

Durch diese Art von Kommunikation werden die mittlerweile enormen Produktionskosten eines Filmes oder Videospieles so überhaupt erst möglich. Product Placement ist nämlich kein Ausnahmefall. Vor allem in Amerika machen die Zuschüsse für das Platzieren von Produkten bis zu 30% der Produktionskosten (von Filmen u. Serien) aus.

Aus Markensicht ist das Product Placement eine gut funktionierende Maßnahme am Brand-Image zu feilen oder zumindest um sich und sein Produkt für einige Sekunden buchstäblich in Szene zu setzen.

Ob man es nun gutheißt oder nicht bleibt jedem selbst überlassen, Fakt ist, dass moderne Filmproduktionen ohne die Produktplatzierung als festen Posten im Budget überhaupt nicht mehr möglich wären. Regisseure und Produktionsfirmen quasi auf zusätzliche Sponsoren mittlerweile angewiesen.

 

Andreas Lenz

Andreas Lenz

Junior Berater bei Dietrich Identity
Der Diplom-Kommunikationswirt und Bachelor-Absolvent in Management & Marketing unterstützt die Berater im Projektmanagement von Identitäts- und Markenprojekten. Sein Spezialgebiet sind Projekte rund um die digitale Transformation.
Andreas Lenz
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