100 durch 2 – Wir feiern 2-jähriges Jubiläum mit unserem 100ten Blogbeitrag

Fünf Geschichten zu 100-Jahres-Marken

Heute haben wir nicht nur den zweiten Geburtstag unseres Corporate-Identity-ABC´s zu feiern, sondern auch unseren 100ten Blogartikel. In den vergangenen zwei Jahren durften wir euch über unzählige Themen aus den Bereichen Corporate Identity und Branding erzählen. Für uns Grund genug einmal in die Geschichte einzutauchen und eine kleine Reise durch 100 Jahre Markenführung zu unternehmen. Mit einem kleinen Jubiläumsartikel zeigen wir euch heute 5 Marken, die bereits ihren 100sten Geburtstag hinter sich haben, dabei gibt es sicherlich einiges zu erzählen.

  1. Aston Martin
  2. Nivea
  3. Melitta 
  4. Ritter Sport
  5. Leica Camera 

1. Aston Martin

Am 15. Januar 1913 wurde das Unternehmen Bamford and Martin ltd. von den Gründern Robert Bamford und Lionel Martin für den Vertrieb von Singer-Automobilien gegründet. Unter dem Namen Aston Martin entwickelten die beiden aber auch einen eigenen Prototypen – nur 2 Jahre später, 1915 bekam der erste Aston Martin seine Zulassung.
In den vergangenen 100 Jahren ging es bei Aston Martin aber nicht immer ohne Turbolenzen voran. In diesen 100 Jahren automobiler Sportlichkeit und Luxus finden sich elf Eigentümerwechsel sowie zahlreiche Namensänderung. Dennoch blieb die Marke bis heute bestehen. Was jedoch nicht bestehen blieb, ist das Logo der britischen Nobelkarossen.

Einen der größten Meilensteile in der Geschichte von Aston Martin und wohl auch der Hauptgrund für den Status der Nobelmarke – die Verbindung zu 007-Agent James Bond. Obwohl der britische Geheimagent auch mit zahlreichen anderen Gefährten den Bösewichten den Gar ausmachte, gilt Aston Martin als DAS James-Bond-Auto. In „Goldfinger“ wurde das Modell DB5 vom britischen Geheimagenten erstmals als Dienstwagen genutzt. Seither wird der britische Autohersteller stets mit den Kultfilmen in Verbindung gebracht.

Der britische Automobilhersteller setzte als Nobelmarke immer auf ein Prestigeobjekt im Angebotsportfolio. Das war unter anderem der Aston Martin DB4 GT Zagato, der heutzutage auf einer Auktion für Millionenpreise über den Tisch geht. Zum 100-jährigen Jubiläum soll nun ein neues Prestige Objekt her. Der Aston Martin Vanquish – ein Auto zum Hundertjährigen, das in Zukunft das neue Flaggschiff der Luxusmarke werden soll. Mit 573 PS beschleunigt das neue Prestigeobjekt in 4,1 Sekunden von 0 auf 100.

2. NIVEA


Ebenfalls bereits über 100 Jahre alt ist die Pflegemarke NIVEA. Offiziell wurde der Markenname NIVEA im Jahre 1905 ins Markenregister eingetragen. 6 Jahre später, 1911 wurden die ersten NIVEA-Pflegecremes an Apotheken und Drogerien verkauft, dabei rollte die Verpackung der klassischen Dose nicht im bekannten Blau sondern in gelber Farbe über die Ladentheke. 100 Jahre später ist sie die umsatzstärkste Hautcreme der Welt und wird über 100 Millionen mal pro Jahr in 200 Ländern verkauft.

Begonnen mit der weltbekannten Dosencreme, vertreibt NIVEA heute weit mehr Produkte. In den Produktlinien Gesichtspflege, dekorative Kosmetik, Haarpflege und Haarstyling, Deodrants, Körperlotionen, Handcremes, Sonnenschutzmittel, Feinseifen und Duschgel zählen insgesamt rund 500 Produkte zum Angebotsportfolio.

Den wohl bittersten Kampf hatte die Pflegemarke im zweiten Weltkrieg zu kämpfen. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten musste der jüdische Teil des Vorstandes zurücktreten und letztendlich vor den Nazis ins Ausland fliehen. Als die Nazis 1943 jegliche Markennamen verboten, hieß das NIVEA Produkt bis 1945 „Hautcreme“. Das Ende der Marke NIVEA stand nach dem Krieg bevor, als sie in den meisten Ländern ihre Markenrechte verlor, weil die Siegermächte die Rechte an ausländische Firmen vergaben. Dem Beiersdorf-Konzern gelang es allerdings im Laufe der Zeit die meisten Markenrechte wieder zurück zu kaufen.

Die Markenwerte und der Markenkern der Marke sind altbewährt. Während im Kern der Marke Schutz und Sicherheit stehen, verkörpert sie darüber hinaus die Werte Natürlichkeit, Authentizität, Verständnis, Vertraulichkeit, Nähe und Wohlgefühl.

Derzeit ist NIVEA auch offizieller Pflegeausstatter der Deutschen Nationalmannschaft und weiß mit Jogi Löw einen Weltmeister als Testimonial an seiner Seite zu schätzen.

3. Melitta

„Melitta macht Kaffee zum Genuss“ – wohl jeder Deutsche kennt diesen Jingle der Kaffeemarke Melitta. Und diesen Jingle kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn vor 100 Jahren, genau genommen 1908 war eine frisch aufgebrühte Tasse Kaffee durchaus als Genussmittel gesehen, Melitta Bentz hingegen, von der Zubereitung und dem Ergebnis des Heißgetränkes eher genervt.

Weil durch die unvorteilhafte Zubereitungsweise von Kaffee ständig Kaffeesatz in der Tasse und letztlich in den
Zähnen hing erfand sie kurzerhand den ersten Kaffeefilter der Welt. 1908 wird das Patent für den erfundenen Kaffeefilter und das dazugehörige Filterpapier erworben. Man kann also getrost sagen, sie habe die Kaffeeindustrie revolutioniert.

Heute, 106 Jahre später vertreibt Melitta, unter der Führung der beiden Enkel Thomas und Stephan Bentz, der Konzern neben Kaffeefilter auch Kaffee, Kaffeeautomaten, Alu- und Frischhaltefolie, sowie Staubsaugerbeutel. Mit ca. 3.700 Mitarbeitern erwirtschaftet das Familienunternehmen ca. 1,3 Mrd. Euro (2013).

Der Rückgang des Konsums von klassischem Filterkaffee macht dem Kaffeepionier allerdings Schwierigkeiten. Vor allem Erfindung der Pads- und Kapselmaschinen ist ein ernstzunehmendes Risiko.

 

4. Ritter Sport

AIRiKa Krem-Schokolade hieß die erste Schokoladensorte, die 1912 von Clara und Alfred E. Ritter in der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik in Cannstatt hergestellt wurde. Die Einführung der quadratischen Form wurde 1932 eingeführt, die Marke Ritter Sport wurde allerdings erst 22 Jahre später, 1954 eingetragen. Der bekannte Claim „Quadratisch. Praktisch. Gut.“, den wohl jeder von Ihnen kennt, wurde ab 1970 eingeführt.

 

 

 

 

 

Warum eigentlich quadratisch?

Das hat sich wahrscheinlich noch niemand so wirklich gefragt – dennoch AlpenmilchKurvegibt es einen Grund. Clara Ritter, wollte mit Ritter Sport eine „Sportschokolade“ herstellen. Mit Sportschokolade ist dabei gemeint, eine Schokolade herzustellen, die in jede Sportjackentasche passt und dabei dennoch das Gewicht einer normalen Schokoladentafel hat. Simple Idee – großer
Erfolg.

Ritter Sport_ Tafelstapel ausegpackt

 

 

Mit 25 Standardsorten und weiteren Sondersorten macht der Schokoladenhersteller ca. 380 Millionen Euro Jahresumsatz (2013), dabei gibt der Hersteller 1.200 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz. Neben der praktischen, quadratischen Form als Alleinstellungsmerkmal gibt es auch noch die markenrechtlich geschützte Knick-Öffnung, die die Schokoladenmarke von anderen Herstellern unterscheidet. Erstaunlich ist (laut der offiziellen Ritter-Sport-Website) die gestützte Markenbekanntheit von 99%.

5. Leica Camera AG
Ganz frisch unter den „100-jährigen“ ist der Fotografie-Pionier Leica. Oskar Barnack, erfand 1914 die erste erfolgreiche Fotokamera, die mit Kleinbildfilmen im Vollformat 24×36 mm arbeitete und revolutionierte so die gesamte Fotografie. Die Fotografen waren dadurch nicht mehr auf die bis dahin sperrigen und unpraktischen Bildplattenapparate angewiesen. Leica hat das Wesen der Fotografie, wie wir sie kennen, wie kein anderes Unternehmen geprägt. Neben Fotoapparaten, hat sich das Unternehmen außerdem auf die Herstellung von Ferngläsern spezialisiert. 1986 spaltete sich das Unternehmen in drei eigenständige Unternehmen auf – Die Leica Camera AG, Leica Microsystems GmbH und die Leica Geosystems AG. Mit 1.300 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von 297 Millionen Euro (2012).
Viele weltbekannte Bilder entstanden mit einer Leica Kamera. So z.B. der Schnappschuss von Alberto Kroda, auf dem Che Guevara während einer Trauerfeier aufgenommen wurde. Oder das Bild eines brennenden Mädchens bei einem Napalmangriff im Vietnam, 1972 (siehe unten). Ein Stückchen Geschichte, die ohne Leica heute vielleicht schon wieder in Vergessenheit geraten wäre.

 

 

 

Andreas Lenz

Andreas Lenz

Junior Berater bei Dietrich Identity
Der Diplom-Kommunikationswirt und Bachelor-Absolvent in Management & Marketing unterstützt die Berater im Projektmanagement von Identitäts- und Markenprojekten. Sein Spezialgebiet sind Projekte rund um die digitale Transformation.
Andreas Lenz
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