Der Gesundheitsmarkt wird digital

Der diesjährigen Gesundheitswirtschaftskongress stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. „Wir stecken zwar noch in den Kinderschuhen, aber das Tempo und die Radikalität des Kulturumbruchs durch die Digitalisierung ist gewaltig und erfasst jetzt zunehmend auch die Medizinanbieter“, stellte Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann anlässlich der Eröffnung in Hamburg fest.

Was passiert dazu bei unseren Kunden, der Deutschen Arzt AG und Agagplesion AG? 

Das erfuhren wir aus erster Quelle und es blieb noch genug Zeit sich über die neuesten Trends und Veränderungen im Health-Care Markt zu informieren.

 

Allein die Tatsache, dass die fünf Firmen mit der höchsten Marktkapitalisierung allesamt „Kinder der Digitalisierung“ sind und ohne Computer und Internet nicht existieren würden, zeigt, wie dominant die Innovationen der letzten zwei bis drei Jahrzehnte die bisherige Geschäftswelt umgekrempelt haben. „In diesen Strudel gerate jetzt zunehmend auch die bisher eher abseits stehende Gesundheitswirtschaft.“

Zwei Welten prallen aufeinander. Die der Krankenhäuser, DRG’s, Pauschalen und Kassen auf der einen und die der Endverbraucher mit durchgestylten Apps und Endgeräten auf der anderen Seite. Momentan rasen beiden Welten auf einander zu. Mit ungewissem Ausgang. Laut Jochen Roeser, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Arzt AG  wird Apple sich auf den Gesundheitsmarkt konzentrieren, weil sie sich mehr Wachstum davon versprechen, als von dem mobilen Telefon Markt.

„Wir haben heute soviele Daten, dass die ein einzelner Arzt gar nicht mehr verarbeiten kann.“ Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig Holstein, Kiel und Lübeck

Manager und Unternehmer sind gut beraten, sich den Herausforderungen aktiv zu stellen. Der eigentliche Paradigmenwechsel sei aber nicht die technische Veränderung, sondern die Aufgabe, die Behandlungsprozesse bedingungslos auf die Bedürfnisse der Patienten auszurichten. Dabei gibt es Wachstum durch  die Anbieter im Bereich Technologie und E-health sowie auch Partnerschaftsmodelle zwischen verschiedenen Investoren und auch immer mehr Nischenbieter geraten in den Fokus.

 

Stichwort neues Entlassmanagement ab 2017 mit patientengeführten Akten, aktivem Onboarding oder elektronisch archivierten Befunden und ärztlichen Anweisungen.

Darüber hinaus erobern Roboter das Krankenhaus. „Wir brauchen mehr Menschen und die vor allem für die Bereiche, wo die Empathie des Mitarbeiters zum Patienten gebraucht wird. Roboter können da eingesetzt werden, wo sie arbeits-erleichternd wirken. Beispiel beim Bettenwechsel“. so Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender der Agaplesion gAG in Frankfurt/Main. „Ein Infotag am Bett wird per Smartphone von der Schwester gescannt und dann erst kommt Waschdienst und wechselt die Bettwäsche. Unsere Zeiteinsparung: 26%.“

„Die Herausforderung ist bei der Digitalisierung die Integration von verschiedenen Datenmaterialien in ein CMS System. 98% funktionieren einwandfrei. 2% machen Probleme, die sich noch lange auswirken. Die Digitalisierung ersetzt nicht Menschen. Sie schafft aber Versorgungsqualität. Damit das Personal wieder das tun kann wofür sie da sind.“ so Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG

„Digitalisierung schafft nicht nur Sektorengrenzen ab, sondern lässt sich auch Raum und grenzübergreifend einsetzen, um Menschen auch in der Nachsorge zu betreuen.“ so Thomas Ballast, stellv. Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse.

Der Weg dahin ist noch sehr weit. Zu reguliert ist der deutsche Gesundheitsmarkt und zu dereguliert agieren die digitalen Pioniere aus dem Silicon Valley. Mit ihrem „Plattformkapitalismus“ – dem Buzzwort auf dem Kongress – schöpfen sie bereits heute einen Großteil der digitalen Gesundheitsdaten bei deutschen Bürgern ab. Eine Digitalisierungsinitiative, die im Interesse der Patienten agiert und nicht im Sinne der Kassen, soll es richten. Die Frage ist aber wie immer: Wer soll dafür wen bezahlen?

Fridolin Dietrich

Fridolin Dietrich

Markenberater bei Dietrich Identity
Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Wir verkaufen ein Produkt, dass jedes Unternehmen braucht, aber wenige haben. Echte Werte."
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