Visuell ansprechende Feeds und Content-Kreationen sind bei Instagram oder Pinterest zu Hause.
Eingängige text-basierte Posts über aktuelle Themen finden wir auf Twitter.
Die Jobsuche übernimmt LinkedIn.
Und um zwischenmenschliche Beziehungen kümmert sich Tinder oder Bumble.
Und Facebook?

Gefühlt fehlt Facebook eine Spezialisierung für die Art der Interaktion.

Das ständige „Werkeln“ am eigenen Produkt und der Versuch in allen Bereichen mitzumischen unterstreicht die eigene Unsicherheit der Zweckbestimmung. Eine Freundeplattform, eine Seite für berufliche Vernetzungen, bzw. für die Werbeindustrie, oder doch eher ein Nachrichtendienst?
Wer alles bieten will, läuft Gefahr von „Spezialisten“ überrannt zu werden.

Zudem wurde die anfängliche harmonische Idee, Menschen zusammenzubringen, durch sich häufende negativ-News, wie die des Datenschutzskandals, immer weiter in den Schatten gestellt. Doch nicht nur die privaten Nutzer wurden mit kritischen Änderungen konfrontiert. Auch Unternehmen und Medienhäuser mussten einstecken. Seit Zuckerbergs Ankündigung der Algorithmus-Änderung in 2o18 wurde die Chance auf eine organische Erhöhung der Reichweite stark eingeschränkt und verlangt Unternehmen heute einiges ab.

Befindet sich Facebook also tatsächlich im Sinkflug?

Zugegeben gilt meine persönliche Aufmerksamkeit schon lange nichtmehr der Facebook-Timeline. Geschweige denn der eigenen Content-Kreation auf meinem persönlichen Account. Und wie die Zahlen zeigen, bin ich damit scheinbar nicht alleine – besonders bei der jüngeren Zielgruppe ist die Tendenz der Nutzer-Beteiligungen stark sinkend. Daher kommt in letzter Zeit nicht unbegründet immer wieder die Frage auf:

„zahlt es sich noch aus, auf Facebook aktiv zu sein?“

JA! Mit einer Zahl von 2,3 Milliarden täglichen Nutzern ist Facebook immer noch die meist genutzte Social Media Plattform der Welt. Und selbst, wenn ein Teil der jüngeren Generation das Interesse an Facebook verloren hat, bietet die Social Media Plattform einen nahezu uferlosen Pool an Nutzern, die für einen Großteil der Unternehmen die richtige Zielgruppe darstellen.

Ein besonderes Augenmerk gilt es hierbei auf die facebook Gruppen zu legen. Während sich die persönlichen Timelines immer weiter ausdünnen, zeigen sich immer stärker Aktivitäten der etwas älteren Nutzer innerhalb expliziter Interessenbereiche. Gleichgesinnte tauschen sich hier über bestimmte Themen aus wie Ernährungs-/ Sporttrends, Wohnungsthemen,  „Mami-Seiten“… kaum ein Themengebiet bleibt hier undiskutiert. Bestimmte, austausch-bereite Zielgruppen finden sich somit aus eigenen Interessen heraus zusammen. Facebook nutzte diesen Trend um 2019 mit einer entsprechenden Kampagne für sich zu werben und schaffte so erfolgreich Aufmerksamkeit für die Gruppenfunktion unter dem Motto:

„Wir glauben, dass es eine Community für jeden gibt.“

 


Trotz aller verlockenden Alternativmöglichkeiten und negativ behafteten News, sollte man also gerade für die Unternehmenskommunikation diese Reichweite nicht unbeachtet lassen.

Also wie erreiche ich nun diese Nutzer?
Wie kann ich meinen Content effektiv über Facebook verbreiten?

1. Kenne den Algorithmus

Er bestimmt, welcher Nutzer, welchen Inhalt, zur welchen Zeit, zu sehen bekommt. Wer also mit organischem Content seine Reichweite steigern möchte, muss sich zwangsweise mit den Regeln des neuen Algorithmus vertraut machen. So interessiert sich Facebook heute nicht mehr wie üblich für die Zeit, die ein User auf der Seite verbringt, sondern achtet auf sogenannte „meaningful Interactions“. Diese „bedeutungsvollen Interaktionen“ misst Facebook an gesetzten Parameter und legt so den Fokus darauf, wie aktiv eine Person Ihre Zeit dort verbringt.

Passive Interaktionen wie „Gefällt-mir“ Klicks werden hierbei weitaus geringer bewertet, als das Schreiben von Kommentaren, oder das Verbreiten von Beiträgen. Je aufwendiger die Interaktion ist, desto höher bewertet Facebook die Qualität des eigenen Contents und das wirkt sich positiv auf das eigene Ranking im Newsfeed aus. Auch Links, die im Messenger geteilt werden, Live Videos, sowie Beitrage, die ein hohes Engagement nach sich ziehen, leisten ihren Beitrag. Besonders Interaktionen in fachspezifischen und themenrelevanten Gruppen können dem Profil einen entsprechenden Push nach vorne geben.

2. Investiere in Anzeigen

Wer sich nicht mit den Spielregeln des neuen Algorithmus befassen, und trotzdem seine Reichweite erhöhen möchte, muss in Facebook Ads zu investieren. Da sich die Chancen auf eine organische Reichweitenerhöhung bereits schon vor der neuen Anpassung verringert haben, hat ein Großteil der Unternehmen schon zuvor auf Facebook Ads gesetzt. Für werbetreibende Unternehmen bietet sich die Möglichkeit einer detaillierten Targeting-Funktion, die die Segmentierung der Zielgruppe erlaubt. Vorteil der Ads ist, dass mein Content, in den ich viel Zeit an Recherche und Aufbereitung investiert habe, auch den richtigen Usern angezeigt wird.

Grundsätzlich bleibt festzuhalten – ob mit oder ohne finanziellen Nachhilfen:
Relevanter Content, der auf das einzahlt, was die Nutzer tatsächlich sehen wollen, ist die wohl wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Facebook-Auftritt.

Isabella Weyers
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