Wir haben den Nikolaus im Rahmen unserer Interviewreihe „Marke und Kommunikation“ zum (nicht ganz so ernsten) Gespräch getroffen.

Von Marke zu Marke sozusagen.

Anderen etwas in die Schuhe zu schieben ist keine nette Eigenschaft. Doch der Nikolaus erlangte so Weltruhm. In der Weihnachtszeit kommt er wieder angestapft. Voller Güte greift der Nikolaus in seinen Rumpelsack und packt den lieben Kindern die Stiefel voll. Mancherorts wird er von einem Knecht begleitet. Bei dessen Anblick kommt weniger Güte und Milde zum Vorschein.
Aber was steckt hinter jenem Menschen, der heute im Zeitalter der Mobilität mit Coca-Cola Trucks anstatt mit Rentieren daherkommt?
#1: Wer bist Du und was hat Dich zur Kommunikation gebracht?
Ich bin Bischof Nikolaos, der einst in Myra wirkte, dem heutigen Demre in der Südwesttürkei. Als Santa Claus bin ich auch Schutzpatron von New York. Bei uns lautet ein Sprichwort: „Wenn Gott stirbt, wählen wir Niklaus zum Nachfolger.“ Das ist mal eine Herausforderung bei der nicht nur die Kunst der Kommunikation Sinn macht. Sondern wie man damit auch zur Marke wird. Ist mir doch ganz gut gelungen?
#2: Was beschäftigt Dich gerade aktuell in Sachen Kommunikation besonders?

Gerade wird diskutiert, ob im Sinne des Gleichstellungsgrundsatzes die althergebrachte Tradition des Nikolaus grundlegend überdacht und – wenn es nach den Interessen  einiger emanzipatorisch geprägter Verbände geht – auch geändert werden soll. Die Darstellung des Weihnachtsmannes als Mann sei nicht mehr zeitgemäß, diskriminierend  und außerdem sexistisch. Es soll ein geschlechtsneutraler Ersatz oder zumindest ein weibliches Gegenstück, wie zum Beispiel eine „Sandra Claus“ gefunden werden. Daher auch das Titelbild.

#3: Was ist für Dich moderne Kommunikation?

Heute geht es vielen Menschen um ihre weltweite Omnipräsenz. Dank des Internets, überall an jedem Ort und zu jeder Zeit seine Anhänger zu influencen. Ich war im 9. Jahrhundert bereits ein Star im Abendland. Das erkannten die Bewohner von Bari. 1087 haben sie in einer Nacht und Nebel Aktion meine kostbaren Knochen „geraubt“. Fortan besaß Italien die begehrtesten Gebeine der Ökumene. Ganz Europa war neidisch.  Immerhin: Ein wenig von meinem Skelett gaben die Baresi ab. Im schweizerischen Fribourg liegt heute ein Oberschenkel von mir und ein Fingerglied verirrte sich nach Lothringen. Weltweit präsent und das in den Zeiten vor dem Internet.

#4: Welchen Stellenwert hat die Marke in Deiner Welt der Kommunikation?
Allein in Deutschland sind mir über 4000 Kirchen und Altäre gewidmet. Ich bin der Schutzpatron der Bettler und Bäcker sowie vieler weiterer Berufsgruppen. Ich stehe doch ungebrochen hoch im Kurs, ob ich kariesträchtige Lebkuchen verteile oder mit meinem Alter Ego „Krampus“ pädagogisch unkorrekt mit der Rute drohe. Ich bin eine Marke mit dem Image der Sehnsucht nach dem ewig Guten.
#5: Welche Top-Empfehlung hast Du in Sachen Kommunikation?

Rechtzeitig Top-Imageberater wie euch zu haben. Kaiser Konstantin lud einmal 250 Bischöfe in die heutige Türkei ein, um das aufkommende Christentum im Keim zu ersticken. Der Tip meiner Imageberater. Mit einer handgreiflichen Kampagne die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Kann man heute noch am Bruch des Nasenbeins an meiner Reliquie in Bari erkennen. Und wer ist heute präsenter? Kaiser Konstantin oder ich? 

#6: Welchen Tipp würdest Du Young Professionals geben?
Als ich starb, bestattete man mich auf dem Friedhof von Myra. Dort steht heute meine Kirche. Sie heißt „Noel Baba“. Hinter der Kirche sieht man heute noch Überreste von meiner alten Propagandaabteilung. Sie hat schon zu Lebzeiten meinen Ruhm gemehrt. Also rechtzeitig die richtigen Entscheidungen und Kommunikationsstrukturen schaffen.
#7: Was ist Deine größte Stärke?
Milliarden von Followern weltweit können nicht irren. 
#8: Welche menschliche Leistung imponiert Dir am meisten?
Einmal habe ich drei Mädchen geholfen. Der Vater wollte sie ins Bordell schicken. Um das zu verhindern, habe ich den Mädchen nachts heimlich Geld ins Zimmer geworfen. Sie wären sonst in der Prostitution gelandet.
#9: Welche Entscheidung in Deinem beruflichen Leben hatte den größten Erfolg?
Die Idee meine Gebeine über den Globus zu verteilen und so ein nikolausisches Netzwerk zu schaffen, war einfach genial.
#10: Welchen Blog empfiehlst Du unbedingt zu lesen?
Keinen Blog. Ich empfehle zum Abschalten.  „Santa Claus is coming to town.“ Gibt es in fünfzehn verschiedenen Versionen. Von Ella Fitzgerald über die Jacksons Five bis hin zu Justin Bieber.
#11: Was ist für Dich das Wichtigste im Leben?
Ein langes Leben. 😉
Fridolin Dietrich

Fridolin Dietrich

Image und Markenberater bei Dietrich Identity
Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Ein Logo ist ein Kennzeichen. Eine Marke hat Werte und Haltung."
Fridolin Dietrich
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