Identität der Medien

5 Gründe für ein neues Kommunikationsverständnis der Medienmarke

Heute ist der Nutzer die Achse des Kommunikationsprozesses. Multimedia ist die neue Sprache. Echtzeit ist das einzige Mal. Hypertext ist die Grammatik, und Wissen ist der neue Name der Information. Denken wir an die großen Veränderungen im digitalen Zeitalter der Kommunikation, dann fallen uns die Interaktivität (wechselseitige Beziehungen zum Publikum), die Multimedialität (neue Visualisierungsformen der Sprache) und die neuen formalen Strukturen (Hypertext) ein.

Heute können Unternehmen wie Privatpersonen ihre eigene Online-Präsenz aufbauen und werden damit zu „Medienmarken“. Das wird uns besonders bewusst, wenn wir auf die Zahlen des Markenblogs schauen. Ende des Jahres 2019 werden täglich ca. 500 Nutzer diesen Blog aufgerufen haben. Blogs und Social Media stellen dabei die größte Herausforderung für das alte Kommunikationssystem dar. Sie integrieren Beides: die neuen Merkmale der digitalen Welt und eine breite Demokratisierung beim Zugang zu Medien mit universeller Reichweite.

Folgende 5 Schritte begleiten diesen globalen Wandel von den klassischen Massenmedienmodellen zu den neuen Medienmarken.

  1. Vom Publikum zum Benutzer

In den 80er Jahre ermöglichte die Privatisierung der Rundfunkmedien die Bereitstellung von Inhalten für thematisch segmentierte Zielgruppen. Seit den 90er Jahren öffnet das Internet die Bereitstellung von Online-Inhalten nicht nur für diese Nischenzielgruppen. Die Inhalte können so angepasst werden, dass sie den spezifischen Interessen und Zeitvorgaben jedes einzelnen Nutzers entsprechen.

Die passive, unidirektionale Art des Medienkonsums wird durch das Konzept eines aktiven Nutzers ersetzt, der nach Inhalten sucht, Informationsräume erkundet und navigiert. Nutzer werden zudem auch zu Content-Produzenten in vielen Web-Umgebungen, vor allem im Social-Web.

  1. Von den Medien zu den Marken

Interessant für uns Markenexperten ist die Tatsache, dass die Medienkonvergenz in Richtung digitaler Medien die Medienidentität neu ausrichtet. Inhalte sind nicht auf ein Medienformat mehr beschränkt. Während zum Beispiel der SPIEGEL für sein Magazin und die Online-Ausgabe „Spiegel Online“ bisher noch zwei Medienmarken verwendete, wird ab 2020 nur noch die Medienmarke „Der Spiegel“ existieren. Off- wie online. Das Image der Medienmarke wird zum wertvollsten Aktivposten der Medienunternehmen. Eine Quelle der Glaubwürdigkeit und des Prestiges für digitale Inhalte.

  1. Von Monomedia bis Multimedia

Eine der stärksten Herausforderungen der Digitalisierung ist, dass die unterschiedlichen Kommunikationsformen wie Text, Audio, Video, Grafik, Fotos und Animation zum ersten Mal in der Geschichte gemeinsam und interaktiv auf einem einzigen Medium angeordnet werden können. Diese multimediale Identität ermöglicht es, dass die Medienunternehmen online zusammen kommen (Presse, Rundfunk, Filme). Kein Medium setzt mehr auf nur eine Ausdrucksform. Medien sind heute multimedial unterwegs. Das ist die neue Sprache.

Dem ersten Schritt der älteren Medien, dem Inhalt der neuen Medien, folgt ein nächster Schritt, in dem die neuen Medienmarken ihre eigene Sprache und Inhalte entwickeln und die älteren Medien ihre Identitäten neu definieren.

  1. Von der Periodizität zur Echtzeit

Regelmäßige Erscheinungstermine waren ein starkes Paradigma des alten Medienszenarios. bis zu dem Punkt, an dem die Medien in Bezug auf ihre Zeitbeschränkungen (täglich, wöchentlich, monatlich) definiert wurden. Online-Medien (seien es digitale Versionen einer Tageszeitung oder einer Wochen- oder Monatsmagazin) werden in Echtzeit aktualisiert, um in der neuen Umgebung zu bestehen.

Was wir auf dem Weg verloren haben, ist die Zeit der Reflexion. Was wir gewinnen sind Dynamik und Gesprächsstile. In Zeiten von Fake-News und Hasskommentaren leider nicht immer zum Vorteil. Der Austausch von Nachrichten und Meinungen mit der Möglichkeit der Interaktion in Echtzeit ist der Keim der digitalen Communities.

  1. Von der Knappheit zur Fülle

Der Nutzer ist ständig unter Zeitdruck. Einer der starken Effekte von „Leser zu Autoren“ ist die Verbreitung von Online-Informationen ohne klare Zuordnung von Quellenautorität und Heterogenität der Inhaltsqualität. Der Überfluss an Informationen erfordert neue Fähigkeiten und Werkzeuge zur Verwaltung von Daten, Nachrichten und Meinungen. Nachrichtenaggregatoren, Nachrichtenleser, Beliebtheitsrankings, empfohlene Lektüren, meistgesehene Beiträge, Trendthemen sind nur einige der verfügbaren Werkzeuge, um durch das Chaos der Fülle zu navigieren.

Die 5 Gründe, die nicht den Anspruch auf Vollständigkeit haben, werden nicht nur die Ausbildung der Kommunikationsfachleute und den Wandel der Medien beeinflussen. Für uns Markenberater bedeuten sie vielmehr ein neues Verständnis in der Profilierung von Medienmarken. Ihnen kommt in Zukunft eine Leuchtturm-Funktion zu. Möchten Sie mehr zu Markenaufbau und Markenidentität erfahren, sprechen Sie uns gerne an!

Fridolin Dietrich
Letzte Artikel von Fridolin Dietrich (Alle anzeigen)
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.