Heute, ein gutes halbes Jahr nach den ersten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr 2020, erleben wir die zweite Welle der Pandemie.

Anders als vorhergesagt rollt sie nicht wie ein Tanker über die deutsche See. Sie kommt eher in Form vieler kleinerer Beiboote, taucht mal hier mal dort auf der Landkarte auf. 

Vier Boote sind jedoch mit Sicherheit dabei. Boot 1 heißt „Unsicherheit“, Boot 2 „Zweifel an den Zukunftsaussichten“, Boot 3 „Unbeständigkeit in den Entscheidungen“ und Boot 4 „Komplexität“.

Fachleute nennen diese Quadriga gerne die VUCA-WELT für volatile, uncertain, complex und ambiguous, also volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig.

Allen vier Booten ist eines gemeinsam: Nichts ist gewiss und Anpassungsfähigkeit gewinnt.

Der Virus hat Wirtschaft und Gesellschaft deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich schnell und sicher an neue Situationen anzupassen.

FlexiCurity ist das neue Buzzwort

Veränderungen sind zum täglichen Begleiter geworden. Medien und Netzwerke verstärken die Unsicherheit eher als Orientierung und Sicherheit zu geben. Doch nie war der Wunsch nach Einfachheit, Komfort und Stabilität größer. FlexiCurity, also sowohl Flexibilität als auch Sicherheit sind heute gefragt.

Hier kommt der Identitäts- und Markenarbeit eine besondere Aufgabe zu. Denn wer es jetzt nicht schafft, seinen Mitarbeitern mit klarer Orientierung Sicherheit in dieser unruhigen See zu geben, der wird nicht nur Umsatz, sondern auch Vertrauen verlieren. Warum?

  1. Ein höheres Maß an Flexibilität kann eine Desintegration der Unternehmen nach sich ziehen.
  2. Reden über Veränderung ist wichtig. Über Gemeinsames und Verbindendes genauso.
  3. Wer die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft bauen möchte, dem empfiehlt es sich, sich regelmäßig mit der eigenen Identität zu beschäftigen.

5 Tipps für einen zukunftssicheren Umgang mit der Veränderung in der Markenwelt

1. Eine klare Ausrichtung der Corporate Identity ist ein Weg, um Unsicherheit entgegenzuwirken.

  • das Warum (die Vision, das Zielbild des Unternehmens)
  • das Wie (die Werte und Haltung des Unternehmens)
  • das Was (Angebote und Leistungen)
  • das Wer (die Erkenntnis, wo man steht, und, wie man gesehen wird)

2. Unsicherheit bringt jede Krise mit sich. Ein aktiver Umgang mit den Bedenken und Bedürfnissen der Mitarbeiter ist gefragt. Empathie und Verständnis sind die wesentlichen Faktoren, um die Mitarbeiter in der herausfordernden Zeit abzuholen.

3. Mit regelmäßiger Kommunikation der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung und Arbeitsbelastung sowie relevanten Informationen zu Regeln und Maßnahmen schaffen Unternehmen Vertrauen und Klarheit. Die Mitarbeiter erhalten einen sicheren Arbeitsrahmen, in dem sie sich selbstbestimmt auf ihre Tätigkeiten konzentrieren können.

4. Flexibilität ist das Leitprinzip einer modernen Zusammenarbeit. Durch flexible Setups unterstützt durch digitale Arbeitstools steigen Reaktionsgeschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit bei unerwarteten Entwicklungen.

5. Auch die Gewohnheiten der Menschen dürften sich dauerhaft verändern: Wir werden anders einkaufen, anders lernen – und eben vor allem anders arbeiten. Wir werden in allen Lebensbereichen digitaler werden. Wir werden auch anders mit dem Thema Krankheit umgehen. Das Schlagwort Ansteckungsgefahr im Büro wird es nach Corona auch in die nächste Grippe- und Norovirus-Saison schaffen.

Corona hat das Leben verändert – jede erfolgreiche Marke wird sich mit verändern.

Eine Unternehmensmarke, die sich agil, transparent und visionsfokussiert aufstellt, hat weit bessere Chancen, die Herausforderungen der VUCA-Welt zu meistern und erfolgreich zu sein. Kurzfristig reagieren, die Learnings mittelfristig in das Branding einfließen lassen, langfristig Stabilität gewinnen. Das ist der beste Umgang mit VUCA.

Fridolin Dietrich
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