Liebe DID-Community,

heute ist Tag 5 seitdem Bayern die Ausgangsbeschränkungen erklärt hat. Und heute ist erst Tag 7 seitdem das Robert-Koch-Institut das COVID 19 Risiko für Deutschland als „hoch“ eingestuft hat.

Gestern erreichte mich eine E-Mail mit der Einladung, jetzt in die Markenattraktivität des eigenen Unternehmens zu investieren. Vorgestern eine Einladung zu einem Kurs der „Purpose“-Jünger, mich um Sinn und Zweck meines Unternehmens zu kümmern. Am Tag davor das Serviceangebot einer Organisationsentwicklungsagentur, sich meiner Überforderung in Zeiten von Corona zu widmen. Und am Ende stand. Abgerechnet wird nach Zeitaufwand. Echt jetzt?

Es ist 7 Tage her, dass ich den letzten Post oder Beitrag in beruflichen Netzwerken abgesetzt habe. Pause = Stillstand?

Gibt es nicht aktuell Wichtigeres, oder anders formuliert „Systemrelevanteres“ als Image, Purpose, Organisationsentwicklung, ja auch Branding? Zum Beispiel von innen nach aussen denken: Um die Familie kümmern, das Zuhause herrichten für eine längere Pause in den eigenen 4 Wänden. Die Mitarbeiter schützen, wo es möglich ist. Den freien Mitarbeitern die Rechnungen zeitnah bezahlen. Das eigene Gehalt runter setzen, bevor für Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt wird. Staatliche Unterstützung nur dann beantragen, wenn die Liquidität auch wirklich knapp wird. Kunden unterstützen, dort wo sie auch Unterstützung nachfragen und ansonsten erst einmal in Ruhe mit ihrer Situation zurecht kommen lassen.

Es sind erst 7 Tage vergangen.

Wichtig sind die Menschen, die uns alle jetzt in schwierigen Zeiten unterstützen.

Ärzte und Ärztinnen in Krankenhäusern, Pfleger und Pflegerinnen in Heimen, Verkäufer und Kassiererinnen in Supermärkten, Reinigungskräfte und Putzfrauen in Einrichtungen, Polizisten und Polizistinnen, die für das richtige Verhalten in der Öffentlichkeit sorgen. Endlich kommt Ihnen die Wertschätzung und Anerkennung zu, die sie verdienen. Das könnte der Beginn eines nachhaltigen Umdenkens sein. Schafft das auch einen Wertewandel bei uns?

Ruhe bewahren, Sozial-Kontakte reduzieren, sich nicht in die Apologeten des Weltuntergangs einzureihen oder den Zukunftsforschern nach dem Mund zu reden, die heute schon wissen, was morgen sein wird.

Heute, eine Woche nachdem das Robert-Koch-Institut die Gefahr durch den Corona Virus auf hoch gesetzt hat, gilt es für mich, die Selbstdarstellung und den Individualismus zurückzufahren und den Gemeinschaftssinn trotz der sozialen Distanzierung zu fördern. Oder sich einfach einmal zurückzunehmen und denjenigen Menschen den kommunikativen Lead überlassen, die das Wohlergehen anderer stärken. Das haben sie sich verdient.

Fridolin Dietrich
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